Das Projekt
Der Berg hier auf dem Foto heißt „El Tajo de las Palomas„. Er ist der Schützer unseres Landes, beherbergt wildes Fauna wie Geier und Ziegen, speichert Wasser fürs Überleben der Flora und ist ein schönes Beispiel der umgebenden Landschaft.
Weiter unten im Hang wachsen ca. 720 hundertjährige Bäume, die wir als Verleih von den nächsten Generationen sorgfältig pflegen. Die alten Bauer dachten nicht nur an den Ertrag, wie heute leider weitesgehend der Fall ist, und wussten von der Poesie der Vielfalt. Daher findet man in dem ca. 6 Hektar grossen Olivenhain viele Oliven-Sorten: Ojiblanca, Lechina, Malteña, Manzanilla, Redondilla, Picual. Diese Sortenvielfalt war Tobalo damals wie uns heute sehr wichtig. Sie ist der eigentliche Reichtum der Erde und sichert deren Fortbestand.
Schwerer Boden, typisch in Kalkgebieten, gepaart mit der hohen Lage von ca. 800 m. und dem “Solano“, dem charakteristischen Ostwind unseres Mikroklimas, sorgen für einen intensiven und fruchtigen Geschmack, der gleich nach der Ernte im Januar-Februar am stärksten ist und über die Monate mit dem Absetzen der Schwebstoffe etwas nachlässt. Die Kaltextraktion lässt die hohe Qualität, die Feinheit des goldenen Elixiers unberührt.
Nicht nur Oliven wachsen auf unserem Land. 2018 haben wir 1 ha Wein gepflanzt, mit den roten Sorten Garnacha, Cabernet Sauvignon, Tempranillo, Merlot, Petit Verdeau und der weisen Sorte Chardonnay. Am Rand der Hauptkulturen wachsen Mandeln, Wallnüse, Granatäpfel, Feigen, Pistazien, Eichen, Papeln und andere einheimische Fruchtbäume.
Getreide und Hülsenfrüchten bauen wir abwechselnd auf ca. 4 ha Fläche an einer anderen Stelle im Dorf an. Als Teil des Kollektivs „Grupo de Acción Compartida“ arbeiten wir an der Wiedererlebung von alten und einheimischen Getreidesorten. Durch dieses Projekt versuchen wir den volligen Geschmack, den unsere Vorahnen über Jahrtausende ausgewählt und verbessert haben, für die nächsten Generationen wieder zur Verfügung stellen. Zeitgleich bilden wir einen Weg durch Direktvermarktung, der uns hilf, uns von der Sklavarei der unbeständigen Marktpreise zu befreien.
Die Anbaumethode
Das Bodenleben ist die Basis der Lebenskräfte in der Pflanze. Mit Ansätzen der Agroökologie, der Permakultur und der biondynamischen Landwirtschaft, auf der Grundlage stätiger Beobachtung sowie Intuitionsübungen, erzielen wir nicht den größtmöglichen Ertrag, sondern die größte Freude des landwirtschaftlichen Ökosystems. Dies beinhaltet sowohl die Gesundheit von Kulturpflanzen und Wildleben, als auch das Wohlergehen der menschlichen Seelen, die mit diesem Stück Land verbunden sind.
Fruchtbarkeit
Für die Fruchtbarkeit im Boden verwenden wir unterschiedliche Technicken und Produkte:
- Gründüngung und stätige Gründecke außerhalb der Trockenzeit.
- Kompostierte Pferdemist.
- Selbsterzeugte. Düngemitteln nach den Ansätzen von Jairo Restrepo und JADAM Methode.
- Biodynamische Präparate nach der Arbeit von Rudolf Steiner und Marie Thun.
- Weiden von Schafen und Ziegen unter den Bäumen.
- Andere Düngemittel aus dem Markt (kompostierter Tiermist in Pellets).
- Arbeiten an den günstigen Tagen gemäß des biodynamischen Mondkalenders.
- Schreddern vom Grünschnitt vor Ort.
- Regenwasserspeicherung in einem gebauten Wasserbecken.
Pflanzenschutz
Mittlerweile ist allgemeines Wissen, dass Gesundheit im Ökosystem durch Artenvielfalt erhöht wird. Daher ist die steigerung der Biodiversität auf dem Olivenhain eine unserer Prioritäten. Die Pflege der natürlichen Wiese unter der Bäumen, die minimalisierung der Bodenverdichtung durch Maschinenverkehr, und die Pflanzung von einheimischen Bäumen und Sträuchern sind ein Teil unserer Arbeit in dieser Richtung.
Jedoch ist es keine leichte Sache, ein Gleichgewicht zwischen Ertrag und möglichst natürliche Landwirtschaft zu finden. Besonders weil dies jedes Jahr sich verändert. Daher ist unsere Philosophie des Beobachtens sehr wichtig. Zu welche Jahresezeit braucht was die Pflanze und wie viel? Die Farbe der Blätter und der allgemeine Eindruck der Pflanze gibt uns viel Information über den gesundheitlichen Zustand unseres Anbaus.
Wenn Mängel auftreten, verwenden wir selbsterzeugte Mitteln, die auf Pflanzen-, Mineralien- und Mikroorganismenbasis zubereiten werden. Beispiele hierzu sind der Bordeauxbrühe, das Kali-Sulfid oder die effektive Mikroorganismen (EM) aus dem eigenen Grundstück.
Unsere Kundschaft
Unser Fokus für die Vermarktung unserer Produkten ist der Direktverkauf. Das ist uns nicht nur wichtig, weil dadurch keine Extrakosten für Zwischenhändler entstehen, sondern auch weil dies ein Verhältnis zwischen Kunde und Bauer entwickeln lässt. Und so macht Landwirtschaft einfach mehr Spaß.
Dafür kooperieren wir mit mehreren SoLaWis in Deutschland, sowie mit Freunden, die uns mit der Vermarktung helfen. Berlin, Freiburg, Hamburg, Ober-Rarmstadt, Weimer, Rostock, Templin und Oldenburg bekommen jedes Jahr die Leckereien aus Andalusien. Neue Partner sind willkommen!
Auch Bio-Läden, die z.B. Unverpacktes verkaufen möchten, heißen wir als Partner willkommen.